Geburtsplan für dein erstes Kind

Eine erste Geburt ist eine Reise ins Unbekannte. Es ist normal, viele Fragen zu haben — und auch normal, dass nicht jede schon eine klare Vorstellung vom perfekten Geburtserlebnis hat. Ein Geburtsplan hilft dir, Schritt für Schritt herauszufinden, was dir wichtig ist.

Was Erstgebärende wissen sollten

Eine erste Geburt dauert im Durchschnitt länger als jede folgende. Die aktive Eröffnungsphase liegt laut S3-Leitlinie 015-083 „Vaginale Geburt am Termin" der DGGG bei Erstgebärenden im Median bei rund 8 Stunden, kann aber individuell stark variieren. Geduld ist also der wichtigste Begleiter — sowohl für dich als auch für dein Geburtsteam.

Wann beginnt die Geburt wirklich?

Echte Wehen erkennst du an folgenden Merkmalen:

  • Sie kommen regelmäßig (zunächst alle 10–15, dann alle 5 Minuten)
  • Sie werden über die Zeit stärker und länger (~ 60 Sekunden)
  • Sie verschwinden nicht durch Bewegung oder Hinlegen
  • Sie strahlen oft vom Rücken in den Bauch aus
  • Manchmal Begleitsymptome: Zeichnungsblutung, Blasensprung

Für Erstgebärende empfehlen die meisten deutschen Kliniken: in die Klinik kommen, wenn die Wehen alle 5 Minuten regelmäßig auftreten und etwa 60 Sekunden dauern („5–1–1-Regel") — oder bei Blasensprung, Blutung oder Sorge um die Kindsbewegungen.

Was du jetzt regeln solltest

  • Hebamme finden: Idealerweise im 1. Trimester, da Vor- und Nachsorge stark gefragt sind.
  • Geburtsvorbereitungskurs: Ab ca. 25.–28. SSW; meist von der Krankenkasse erstattet.
  • Klinik wählen & anmelden: Geburtsanmeldung in der Regel ab der 32. SSW.
  • Kreißsaalbesichtigung: Zwischen 28. und 34. SSW.
  • Geburtsplan erstellen: Idealerweise zwischen 30. und 36. SSW.
  • Kliniktasche packen: Spätestens zur 36. SSW bereit.
  • Wochenbettorganisation: Hebamme für Wochenbettbetreuung buchen, ggf. Haushaltshilfe oder Familienpflege beantragen.

Was gehört in einen Geburtsplan für die erste Geburt?

Gerade beim ersten Kind ist es wichtig, einen Plan zu schreiben, der Raum für das Unerwartete lässt. Statt jeder Detailwunsch ein „Muss" — formuliere Präferenzen und Werte.

  • Wer ist dabei? (Partner:in, Doula, Begleitperson)
  • Wie möchtest du die Stimmung gestalten? (Licht, Musik, Aromen)
  • Welche Schmerzlinderung möchtest du zuerst probieren?
  • Wie stehst du zur PDA — möchtest du aktiv darauf angesprochen werden?
  • Welche Geburtspositionen möchtest du ausprobieren?
  • Wer schneidet die Nabelschnur durch?
  • Bonding-Wunsch: direkter Hautkontakt nach der Geburt?
  • Wenn ein Kaiserschnitt nötig wird — was ist dir wichtig?

Angst vor der Geburt — du bist nicht allein

Studien zeigen, dass etwa 20 % der Erstgebärenden in Deutschland eine deutliche Geburtsangst haben. Das ist normal und kein Zeichen von Schwäche. Sprich offen mit deiner Hebamme oder Frauenärztin — viele Kliniken bieten Geburtsangst-Sprechstunden an. Im Geburtsplan kannst du außerdem festhalten, was dir Sicherheit gibt: ruhige Erklärungen, Pausen, ein vertrauter Mensch an deiner Seite.

📚Quellen & Leitlinien

  • AWMF S3-Leitlinie 015-083 „Vaginale Geburt am Termin"

    Empfehlungen zu Geburtsdauer, Bewegungsfreiheit, Begleitung und Schmerzbewältigung — auch für Erstgebärende.

  • G-BA Mutterpass (Mutterschafts-Richtlinien)

    Gesetzliche Grundlage der Schwangerenvorsorge in Deutschland.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine individuelle Beratung. Bei Fragen oder Sorgen wende dich an deine Hebamme oder Frauenärztin.

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