Du bist schwanger und hast bestimmt schon einmal den Begriff Geburtsplan gehört. Aber was genau gehört eigentlich in einen Geburtsplan? Und warum lohnt es sich, einen zu erstellen? Ein Geburtsplan ist ein Dokument, in dem du deine Wünsche und Vorstellungen für die Geburt festhaltst. Er dient als Kommunikationsmittel zwischen dir und deinem Geburtsteam — deiner Hebamme, den Ärztinnen und Ärzten und allen, die dich während der Geburt begleiten.
Ein Geburtsplan ist kein starres Drehbuch. Geburten sind unvorhersehbar, und das ist völlig in Ordnung. Aber genau darin liegt die Stärke eines Geburtsplans: Wenn du dich vorab mit deinen Optionen beschäftigst, fühlst du dich während der Geburt sicherer und selbstbestimmter. Du musst dann nicht mehr unter Wehen über Dinge nachdenken, die du in Ruhe hättest überlegen können.
Die AWMF-Leitlinien, insbesondere die S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“ (AWMF 015-083), betonen ausdrücklich die Bedeutung von Shared Decision-Making — also der gemeinsamen Entscheidungsfindung zwischen dir und deinem Behandlungsteam. Ein Geburtsplan ist das ideale Werkzeug dafür. In diesem Artikel zeigen wir dir die 15 wichtigsten Punkte, die in einen vollständigen Geburtsplan gehören.
1. Geburtsklinik und Geburtsort
Die erste große Entscheidung: Wo möchtest du dein Kind zur Welt bringen? In Deutschland finden etwa 98 Prozent aller Geburten in einer Klinik statt. Aber auch innerhalb der Klinik gibt es Unterschiede: Manche Krankenhäuser bieten einen Hebammenkreißsaal an, in dem die Geburt ausschließlich von Hebammen betreut wird — ohne routinemäßige ärztliche Eingriffe. Daneben gibt es den ärztlich geleiteten Kreißsaal, in dem Ärztinnen und Ärzte von Anfang an mit dabei sind.
Neben der Klinik gibt es in einigen Regionen Deutschlands auch Geburtshäuser, die eine familiäre Atmosphäre mit medizinischer Nähe verbinden. Hausgeburten sind in Deutschland selten — nur etwa 2 Prozent —, aber bei einer komplikationslosen Schwangerschaft eine mögliche Option. Informiere dich frühzeitig über die Möglichkeiten in deiner Region und besuche die Kliniken bei einem Infoabend oder einer Kreißsaalführung.
Denk hierbei an
- Wie weit ist die nächste Geburtsklinik entfernt?
- Bietet deine Wunschklinik einen Hebammenkreißsaal an?
- Gibt es ein Geburtshaus in deiner Nähe?
- Welche Atmosphäre wünscht du dir — klinisch-sicher oder familiär-intim?
- Hat die Klinik eine Neugeborenen-Intensivstation (Perinatalzentrum)?
2. Begleitperson oder Begleitpersonen
Wer soll bei der Geburt dabei sein? Dein Partner oder deine Partnerin ist wahrscheinlich selbstverständlich. Aber hast du auch schon über eine Doula nachgedacht? Eine Doula ist eine professionelle Geburtsbegleiterin, die dich emotional und körperlich unterstützt — unabhängig von der medizinischen Betreuung durch Hebamme und Ärzte.
Die Regelungen, wie viele Begleitpersonen im Kreißsaal dabei sein dürfen, variieren von Klinik zu Klinik. Manche erlauben nur eine Person, andere sind flexibler. Kläre das frühzeitig mit deiner Geburtsklinik ab. Denke auch an praktische Fragen: Wer passt auf deine älteren Kinder auf? Wer wird informiert, wenn es losgeht? Und möchtest du direkt nach der Geburt Besuch empfangen, oder brauchst du erst Ruhe?
3. Atmosphäre und Umgebung
Die Umgebung, in der du gebärst, hat einen großen Einfluss auf dein Wohlbefinden. Oxytocin — das Hormon, das deine Wehen antreibt — wird am besten ausgeschüttet, wenn du dich sicher und geborgen fühlst. Eine angenehme Atmosphäre kann dazu beitragen, dass du dich besser entspannst und die Geburt leichter voranschreitet.
Viele Kliniken bieten inzwischen mehr Komfort als früher: Geburtswannen, Geburthocker, Sprossenwand, große Gymnastikbälle und verdunkelbare Räume. Frag bei deinem Kreißsaalbesuch nach, was möglich ist. Du kannst auch eigene Dinge mitbringen — ein Kissen, eine Decke, bequeme Kleidung oder eine Playlist mit beruhigender Musik.
- Möchtest du gedimmtes Licht oder Kerzen (LED-Kerzen)?
- Soll Musik laufen? Erstelle vorab eine Playlist.
- Welche Kleidung möchtest du tragen — eigene oder Klinikkleidung?
- Möchtest du Fotos oder Videos während der Geburt?
4. Schmerzlinderung
Schmerzlinderung ist einer der wichtigsten Punkte in deinem Geburtsplan. In Deutschland stehen dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung — von medikamentösen Methoden bis hin zu natürlichen Alternativen. Die S1-Leitlinie der AWMF zur geburtshilflichen Analgësie und Anästhesie (AWMF 001-038) beschreibt die verfügbaren Optionen und betont dein Recht auf umfassende Aufklärung.
Es ist sinnvoll, nicht nur deine erste Wahl festzuhalten, sondern auch einen Plan B. Wenn du dir eine Geburt ohne Medikamente wünscht, die Schmerzen aber stärker werden als erwartet — was möchtest du dann? Wenn du dir vorab Gedanken machst, musst du unter Wehen keine schwierigen Entscheidungen mehr treffen.
- Medikamentös: Periduralananästhesie (PDA), Lachgas (in immer mehr deutschen Kliniken verfügbar), Remifentanil-PCA, Meptid
- Nicht-medikamentös: TENS-Gerät, Atemtechniken, Massage, warmes Wasser (Geburtswanne)
- Alternativ: Hypnobirthing, Akupunktur, Aromatherapie, sterile Wasserinjektionen
Tipp: Frage bei deinem Geburtsplanungsgespräch in der Klinik gezielt nach, welche Methoden der Schmerzlinderung dort verfügbar sind. Nicht jede Klinik bietet zum Beispiel Lachgas oder Remifentanil an. So kannst du realistisch planen.
5. Geburtspositionen
Die Position, in der du gebärst, kann einen großen Unterschied machen. Die AWMF S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“ empfiehlt ausdrücklich, dass Frauen während der Geburt die Freiheit haben sollten, die Position einzunehmen, die sich für sie am besten anfühlt. Aufrechte Positionen können die Geburt unterstützen und werden in den Leitlinien positiv bewertet.
Du musst nicht auf dem Rücken liegen — auch wenn das in vielen Köpfen noch das Standardbild ist. Mögliche Geburtspositionen sind unter anderem: aufrecht stehend, in der Hocke, im Vierfüßlerstand, auf der Seite liegend, kniend, auf dem Geburthocker oder in der Geburtswanne. Halte in deinem Geburtsplan fest, welche Positionen dich ansprechen und ob du Bewegungsfreiheit während der Wehen möchtest.
6. Wehenmittel und Einleitung
Manchmal wird eine Geburt eingeleitet — zum Beispiel wenn der Termin überschritten ist oder medizinische Gründe vorliegen. Die gängigsten Methoden zur Einleitung sind Prostaglandine (als Gel, Tablette oder Pessar), ein Ballonkatheter oder eine Oxytocin-Infusion. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile, und du hast das Recht, umfassend aufgeklärt zu werden, bevor eine Einleitung begonnen wird.
In deinem Geburtsplan kannst du festhalten, wie du zur Einleitung stehst. Möchtest du, dass so lange wie medizinisch vertretbar gewartet wird? Hast du eine Präferenz für eine bestimmte Methode? Möchtest du bei jeder Maßnahme vorher gefragt werden? All das sind berechtigte Wünsche, die du dokumentieren kannst. Die AWMF-Leitlinien unterstreichen dabei dein Recht auf informierte Einwilligung (Informed Consent) bei jeder Intervention.
Gut zu wissen: Du hast bei jeder medizinischen Maßnahme das Recht auf vollständige Aufklärung und kannst jederzeit Fragen stellen. Dein Geburtsplan ist eine Erinnerung für das Team, dass dir Mitbestimmung wichtig ist.
7. Dammschutz und Dammschnitt
Ein Dammschnitt (Episiotomie) war früher eine Routinemaßnahme — heute wird er laut AWMF-Leitlinien nur noch bei klarer medizinischer Indikation empfohlen. Das bedeutet: Du kannst in deinem Geburtsplan festhalten, dass du keinen routinemäßigen Dammschnitt möchtest und dass stattdessen Dammschutzmaßnahmen angewendet werden sollen.
Zu den Dammschutzmaßnahmen gehören warme Kompressen auf dem Damm während der Austreibungsphase, langsames und kontrolliertes Pressen unter Anleitung der Hebamme sowie Dammmassage in der Schwangerschaft als Vorbereitung. Sprich mit deiner Hebamme darüber, welche Maßnahmen sie empfiehlt und welche Erfahrungen sie damit hat.
Tipp: Ab etwa der 34. Schwangerschaftswoche (SSW) kannst du mit der Dammmassage beginnen. Deine Hebamme kann dir zeigen, wie es geht. Studien zeigen, dass regelmäßige Dammmassage das Risiko für Dammverletzungen reduzieren kann.
8. Vaginal-operative Geburt
Manchmal braucht die Geburt im letzten Abschnitt Unterstützung — etwa durch eine Saugglocke (Vakuumextraktion) oder seltener durch eine Geburtszange (Forzeps). Diese Eingriffe werden durchgeführt, wenn die Austreibungsphase sich verzögert oder das Baby schnell geboren werden muss.
Auch für diesen Fall kannst du in deinem Geburtsplan Wünsche festhalten. Möchtest du vorher informiert und um Einwilligung gebeten werden, sofern die Situation es zulässt? Hast du eine Präferenz für Saugglocke oder Zange? Und was ist dir wichtig, falls es dazu kommt — zum Beispiel sofortiger Haut-zu-Haut-Kontakt danach? Es ist beruhigend, auch für dieses Szenario vorbereitet zu sein.
9. Kaiserschnitt — auch dafür planen
Auch wenn du dir eine vaginale Geburt wünscht, ist es sinnvoll, einen Plan für den Fall eines Kaiserschnitts zu haben. In Deutschland liegt die Kaiserschnittrate bei etwa 30 Prozent — manchmal ist ein Kaiserschnitt geplant, manchmal wird er während der Geburt notwendig. In beiden Fällen hast du die Möglichkeit, Wünsche zu äußern.
Immer mehr Kliniken in Deutschland bieten den sogenannten „sanften Kaiserschnitt“ (Gentle C-Section) an. Dabei wird zum Beispiel das Tuch kurz gesenkt, sodass du die Geburt deines Kindes sehen kannst. Haut-zu-Haut-Kontakt noch im OP-Saal und frühes Anlegen an die Brust sind ebenfalls möglich. Halte in deinem Geburtsplan fest, was dir bei einem Kaiserschnitt wichtig wäre.
10. Das erste Bonding — Haut-zu-Haut-Kontakt
Die erste Stunde nach der Geburt — oft als „goldene Stunde“ bezeichnet — ist ein ganz besonderer Moment. Direkter Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen dir und deinem Baby hat nachweislich positive Effekte: Er stabilisiert die Körpertemperatur und den Blutzucker des Babys, fördert die Bindung und unterstützt den Beginn des Stillens.
In deinem Geburtsplan kannst du festhalten, dass du sofort nach der Geburt ungestörten Haut-zu-Haut-Kontakt möchtest und dass Routineuntersuchungen (Wiegen, Messen, Vitamin-K-Gabe) nach Möglichkeit warten sollen. Falls du selbst nicht sofort in der Lage bist, dein Baby zu halten — zum Beispiel nach einem Kaiserschnitt — kann dein Partner oder deine Partnerin den Haut-zu-Haut-Kontakt übernehmen. Auch das solltest du dokumentieren.
Denk hierbei an
- Möchtest du sofort Haut-zu-Haut-Kontakt?
- Sollen Routineuntersuchungen warten können?
- Wer übernimmt das Bonding, wenn du nicht kannst?
- Möchtest du in der goldenen Stunde erstmals stillen?
11. Nabelschnur
Rund um die Nabelschnur gibt es mehrere Entscheidungen zu treffen. Immer mehr Eltern entscheiden sich für das späte Abnabeln (Delayed Cord Clamping) — dabei wird gewartet, bis die Nabelschnur auspulsiert hat, meist ein bis drei Minuten nach der Geburt. Studien zeigen, dass dein Baby dadurch zusätzliches eisenreiches Blut erhält, was besonders in den ersten Lebensmonaten von Vorteil ist.
Darüber hinaus kannst du festlegen, wer die Nabelschnur durchtrennt. Möchte dein Partner oder deine Partnerin das übernehmen? Oder möchtest du es selbst tun? Auch das Thema Nabelschnurblut-Banking — also das Einlagern von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut — solltest du vor der Geburt überlegen. Informiere dich bei deiner Klinik, ob eine Spende oder private Einlagerung möglich ist.
12. Stillen und erste Nahrung
Stillen, Flaschennahrung oder eine Kombination — jede Wahl ist eine gute Wahl. In deinem Geburtsplan kannst du festhalten, was dein Vorhaben ist, damit dein Geburtsteam dich entsprechend unterstützen kann. Wenn du stillen möchtest, empfehlen Experten das erste Anlegen idealerweise innerhalb der goldenen Stunde nach der Geburt.
Du kannst auch notieren, ob du Stillberatung wünscht, falls es nicht sofort klappt. Viele Kliniken haben ausgebildete Stillberaterinnen (IBCLC). Wenn du dich für Flaschennahrung entscheidest, halte das ebenfalls fest — so weiß das Team, dass keine Stillversuche unternommen werden sollen. Wichtig: Es gibt hier kein richtig oder falsch. Dein Geburtsplan dokumentiert deine Entscheidung, und die wird respektiert.
13. Vitamin K und Neugeborenen-Screening
In Deutschland erhält jedes Neugeborene standardmäßig Vitamin K, um Blutungsrisiken vorzubeugen. Außerdem wird in den ersten Lebenstagen das erweiterte Neugeborenen-Screening durchgeführt — ein kleiner Bluttest aus der Ferse, der auf seltene Stoffwechsel- und Hormonstoffwechselstörungen prüft. Diese Untersuchungen sind in Deutschland gut etabliert und werden empfohlen.
Du hast das Recht, über alle Untersuchungen an deinem Baby informiert zu werden. In deinem Geburtsplan kannst du notieren, dass du vor jeder Maßnahme aufgeklärt werden möchtest. Auch den Zeitpunkt kannst du besprechen — zum Beispiel, dass das Screening erst nach dem ersten Bonding und dem ersten Stillen stattfinden soll.
14. Plan B — wenn es anders kommt
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt in deinem Geburtsplan: Was passiert, wenn die Geburt anders verläuft als geplant? Geburten sind unvorhersehbar, und ein guter Geburtsplan berücksichtigt auch das. Das bedeutet nicht, dass du negativ denken musst — es bedeutet, dass du für alle Situationen vorbereitet bist.
Überlege dir zum Beispiel: Was wünsche ich mir, falls ein Kaiserschnitt nötig wird? Was ist mir wichtig, wenn eine PDA doch nicht möglich ist? Wie soll das Team mit mir kommunizieren, wenn sich Pläne ändern? Ein Plan B gibt dir Sicherheit, weil du auch für unerwartete Wendungen Wünsche formuliert hast. Und er zeigt deinem Geburtsteam, dass du gut vorbereitet bist.
All diese Punkte können überwältigend wirken. Mae begleitet dich Schritt für Schritt durch alle Fragen und hilft dir, zusammen mit deinem Partner oder deiner Partnerin einen Geburtsplan zu erstellen, der wirklich zu euch passt. Keine komplizierten Formulare, sondern ein ruhiges Gespräch über das, was euch wichtig ist.
15. Wochenbett — die Zeit nach der Geburt
Das Wochenbett beginnt direkt nach der Geburt, und auch dafür lohnt es sich, Vorstellungen in deinem Geburtsplan festzuhalten. Möchtest du nach einer komplikationslosen Geburt ambulant entlassen werden — also nach wenigen Stunden nach Hause gehen? Oder bevorzugst du einen stationären Aufenthalt von zwei bis drei Tagen, um dich in der Klinik einzugewöhnen?
In Deutschland hast du Anspruch auf Hebammen-Nachsorge im Wochenbett. Deine Hebamme kommt zu dir nach Hause und unterstützt dich in den ersten Wochen mit dem Stillen, der Babypflege, der Rückbildung und deiner eigenen Erholung. Dieser Anspruch ist gesetzlich verankert im Sozialgesetzbuch V (SGB V) und wird von der Krankenkasse übernommen. Kümmere dich frühzeitig um eine Nachsorgehebamme — idealerweise bereits im ersten Trimester, da die Nachfrage hoch ist.
Denk hierbei an
- Ambulante oder stationäre Entbindung?
- Hast du eine Nachsorgehebamme organisiert?
- Wer unterstützt dich in den ersten Tagen zu Hause?
- Wie regelst du Besuch im Wochenbett?
Wann solltest du deinen Geburtsplan erstellen?
Der ideale Zeitpunkt, um mit deinem Geburtsplan zu beginnen, liegt etwa um die 28. bis 30. Schwangerschaftswoche (SSW). Zu diesem Zeitpunkt bist du schon weit genug in der Schwangerschaft, um dich mit dem Thema Geburt auseinanderzusetzen, aber es ist noch genügend Zeit, um alles in Ruhe zu durchdenken und zu besprechen.
Um die 34. bis 36. SSW solltest du deinen Geburtsplan mit deiner Hebamme besprechen. Sie kann dir helfen, unrealistische Erwartungen zu erkennen und deine Wünsche in den Kontext deiner individuellen Schwangerschaft einzuordnen. In vielen deutschen Kliniken gibt es außerdem ein Geburtsplanungsgespräch (Anmeldungsgespräch), bei dem du deine Klinik kennenlernst und deinen Geburtsplan vorstellen kannst. Dieses Gespräch findet in der Regel ab der 34. SSW statt.
- SSW 28–30: Beginne, dich mit deinen Wünschen und Optionen auseinanderzusetzen
- SSW 34–36: Besprich deinen Geburtsplan mit deiner Hebamme
- Ab SSW 34: Geburtsplanungsgespräch in der Klinik — bring deinen Geburtsplan mit
- SSW 37+: Geburtsplan ist fertig, gedruckt und in der Kliniktasche
Häufig gestellte Fragen
Was gehört in einen Geburtsplan?
In einen Geburtsplan gehören deine Wünsche zu Geburtsort, Begleitpersonen, Atmosphäre, Schmerzlinderung, Geburtspositionen, medizinischen Eingriffen (Einleitung, Dammschnitt, Kaiserschnitt), dem ersten Bonding, Nabelschnurversorgung, Stillen, Neugeborenen-Untersuchungen und dem Wochenbett. Auch ein Plan B für unvorhergesehene Situationen ist ein wichtiger Bestandteil.
Ist ein Geburtsplan bindend?
Nein, ein Geburtsplan ist nicht rechtlich bindend. Er ist eine Orientierungshilfe für dein Geburtsteam und dokumentiert deine Wünsche und Präferenzen. Bei medizinischer Notwendigkeit kann und muss das Ärzteteam von deinen Wünschen abweichen — in diesem Fall wirst du aber informiert und einbezogen, soweit es die Situation erlaubt.
Wann sollte man einen Geburtsplan schreiben?
Der beste Zeitpunkt ist zwischen der 28. und 30. Schwangerschaftswoche. So hast du genug Zeit, deine Optionen zu recherchieren und den Plan mit deiner Hebamme zu besprechen. Bis zur 36. SSW sollte dein Geburtsplan fertig sein, damit du ihn beim Geburtsplanungsgespräch in der Klinik vorlegen kannst.
Wie lang sollte ein Geburtsplan sein?
Ein guter Geburtsplan ist übersichtlich und passt idealerweise auf ein bis zwei DIN-A4-Seiten. Er sollte klar strukturiert und leicht lesbar sein, damit dein Geburtsteam ihn auch unter Zeitdruck schnell erfassen kann. Konzentriere dich auf die Punkte, die dir wirklich wichtig sind, statt jeden möglichen Aspekt abzudecken.
Brauche ich einen Geburtsplan?
Ein Geburtsplan ist keine Pflicht, aber er wird von Hebammen und Geburtshelfern sehr empfohlen. Die AWMF-Leitlinien betonen die Bedeutung der gemeinsamen Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) bei der Geburt. Ein Geburtsplan ist das beste Werkzeug, um dieses Prinzip in die Praxis umzusetzen. Er hilft dir, dich vorbereitet und sicher zu fühlen, und gibt deinem Geburtsteam klare Orientierung.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel basiert auf aktuellen deutschen medizinischen Leitlinien und wissenschaftlichen Quellen:
- •S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“ (AWMF 015-083) (2021)
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) — Empfehlungen zu Geburtsbegleitung, Bewegungsfreiheit, Geburtspositionen und gemeinsamer Entscheidungsfindung.
- •S1-Leitlinie „Die geburtshilfliche Analgesie und Anästhesie“ (AWMF 001-038) (2020)
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) — Übersicht über Methoden der Schmerzlinderung unter der Geburt, einschließlich PDA, Lachgas und Remifentanil.
- •S3-Leitlinie „Sectio caesarea“ (AWMF 015-084) (2020)
Empfehlungen zu Indikation, Aufklärung und Durchführung des Kaiserschnitts, einschließlich Optionen für einen sanften Kaiserschnitt.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine medizinische Beratung. Besprich deine Wünsche und Fragen immer mit deiner Hebamme oder deinem Arzt bzw. deiner Ärztin.
Bereit, deinen Geburtsplan zu erstellen?
Mae begleitet dich Schritt für Schritt durch alle 15 Punkte aus diesem Artikel — basierend auf aktuellen AWMF-Leitlinien. In etwa 20 Minuten erstellst du zusammen mit Mae einen persönlichen Geburtsplan, den du direkt mit deiner Hebamme und deiner Klinik teilen kannst. Kein kompliziertes Formular, sondern ein ruhiges Gespräch über deine Wünsche.
Geburtsplan startenDenk daran: Ein Geburtsplan ist kein Vertrag und kein starres Skript. Er ist ein Leitfaden, ein Ausgangspunkt für das Gespräch mit deinem Geburtsteam. Die Geburt kann anders verlaufen als erhofft — und das ist in Ordnung. Aber indem du dich vorbereitest, gibst du dir selbst den bestmöglichen Start. Und genau darum geht es.