Geburtsplan-Beispiele

Jeder Geburtsplan ist so individuell wie die Frau, die ihn schreibt. Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedliche Wünsche und Geburtsszenarien in einen klaren, umsetzbaren Plan überführt werden können — alle auf Basis der aktuellen AWMF-Leitlinien.

Erstgebärende — Klinikgeburt mit Wunsch nach möglichst wenig Intervention

Anna, 31

Anna erwartet ihr erstes Kind und möchte eine selbstbestimmte Klinikgeburt. Sie schätzt die Sicherheit der Klinik, möchte aber so wenig medizinische Routine wie möglich. Ihr Geburtsplan formuliert Wünsche entlang der S3-Leitlinie 015-083 — etwa intermittierende Auskultation statt Dauer-CTG bei unauffälligem Verlauf, freie Bewegung und Geburtspositionen, gestufte Schmerzlinderung beginnend mit Wasser und TENS.

Auszug aus dem Geburtsplan

  • Möglichst wenig Routinemaßnahmen, freie Bewegung
  • Wassergeburt, wenn Wanne verfügbar
  • PDA nur auf eigene Nachfrage, nicht ungefragt anbieten
  • Verzögertes Abnabeln, sofortiges Bonding
  • Vitamin K oral statt intramuskulär

Zweitgebärende — Hausgeburt mit Beleghebamme

Lina, 34

Linas erstes Kind kam komplikationslos in der Klinik zur Welt. Diesmal möchte sie die Geburt zu Hause erleben — eine Möglichkeit, die nach S3-Leitlinie 015-083 für Low-Risk-Schwangerschaften ausdrücklich vorgesehen ist. Ihr Geburtsplan beschreibt die Wunschumgebung, das Verlegungsszenario und die Versorgung des großen Geschwisterkinds.

Auszug aus dem Geburtsplan

  • Geburtspool im Wohnzimmer, gedämpftes Licht
  • Doula begleitet zusätzlich zur Beleghebamme
  • Verlegung zur Klinik X bei Indikation — vorbereitete Tasche steht bereit
  • Großes Geschwisterkind kommt erst nach der Erstversorgung dazu
  • Hebammen-Wochenbettbetreuung bereits gebucht

Wunschkaiserschnitt nach gründlicher Aufklärung

Sophia, 36

Sophia entscheidet sich nach mehreren ausführlichen Gesprächen für einen geplanten Kaiserschnitt. Die S3-Leitlinie 015-084 „Sectio caesarea" legt klare Standards für die Aufklärung und Durchführung fest. Ihr Geburtsplan zeigt, dass auch ein Kaiserschnitt ein selbstbestimmtes, würdevolles Geburtserlebnis sein kann.

Auszug aus dem Geburtsplan

  • Ruhige Atmosphäre im OP, gedämpfte Geräusche, eigene Musik
  • Spinalanästhesie statt Vollnarkose
  • Sichtschutz wird auf Wunsch beim Hervorholen kurz gesenkt („gentle sectio")
  • Sofortiges Hautkontakt-Bonding im OP, wenn Mutter und Kind stabil sind
  • Verzögertes Abnabeln, wann immer möglich
  • Begleitperson während der gesamten OP anwesend

VBAC — vaginale Geburt nach Kaiserschnitt

Marie, 32

Maries erstes Kind kam per sekundärer Sectio zur Welt. Diesmal wünscht sie sich eine vaginale Geburt. Die S3-Leitlinie 015-084 unterstützt VBAC unter bestimmten Voraussetzungen. Marie hat eine Klinik mit VBAC-Erfahrung gewählt und besprochen, welche Überwachung notwendig ist.

Auszug aus dem Geburtsplan

  • Begleitung in einer VBAC-erfahrenen Klinik
  • Kontinuierliches CTG akzeptiert, aber telemetrisch (Bewegungsfreiheit erhalten)
  • PDA auf eigenen Wunsch jederzeit möglich
  • Klare Eskalationskommunikation bei Verdacht auf Komplikationen
  • Sektion-Bereitschaft als Sicherheit, nicht als Ziel

📚Auf welchen Leitlinien basieren diese Beispiele?

  • AWMF S3-Leitlinie 015-083 „Vaginale Geburt am Termin"

    Bewegungsfreiheit, Schmerzlinderung, intermittierende Auskultation, Bonding, verzögertes Abnabeln.

  • AWMF S3-Leitlinie 015-084 „Sectio caesarea"

    Aufklärung, Durchführung, „gentle sectio", VBAC.

  • AWMF S1-Leitlinie 001-038 „Geburtshilfliche Analgesie und Anästhesie"

    Empfehlungen zu PDA und alternativen Verfahren.

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