Schmerzlinderung

PDA bei der Geburt: Ablauf, Vor- und Nachteile und was du wissen solltest

Letzte Aktualisierung: 3. April 2026|Lesezeit: 11 Minuten

Die PDA (Periduralanasthesie) ist die wirksamste Methode zur Schmerzlinderung unter der Geburt. In Deutschland erhalten rund 30 bis 40 Prozent aller Gebarenden eine PDA. Doch was passiert dabei genau? Welche Vor- und Nachteile hat sie wirklich? Und wie kannst du deine Wunsche dazu in deinem Geburtsplan festhalten?

Ob du dich fur oder gegen eine PDA entscheidest, ist eine ganz personliche Entscheidung. Es gibt kein Richtig oder Falsch. In diesem Artikel findest du alle wichtigen Informationen, die du brauchst, um eine selbstbestimmte Wahl zu treffen. Wir stutzen uns dabei auf die aktuelle AWMF-Leitlinie zur geburtshilflichen Analgesie und Anasthesie (S1-Leitlinie 001-038) und geben dir ehrliche, evidenzbasierte Antworten auf die haufigsten Fragen.

Was ist eine PDA genau?

PDA steht fur Periduralanasthesie. Dabei wird ein dunner Katheter in den sogenannten Periduralraum eingefuhrt, also in den Bereich rund um das Ruckenmark. Uber diesen Katheter werden Lokalanasthetika und niedrig dosierte Opioide verabreicht, die die Schmerzweiterleitung der Nerven blockieren. Das Ergebnis: Du spurst die Wehen deutlich weniger oder gar nicht mehr, bleibst aber bei vollem Bewusstsein.

Ein weit verbreitetes Missverstandnis ist, dass eine PDA eine Narkose sei. Das stimmt nicht. Du bist wahrend der gesamten Geburt wach, kannst kommunizieren und dein Baby sofort nach der Geburt in Empfang nehmen. Du bekommst alles mit, nur eben ohne die starken Schmerzen.

PDA vs. Spinalanasthesie: Was ist der Unterschied?

Bei der PDA wird der Katheter in den Periduralraum gelegt, also vor der harten Hirnhaut. Das Medikament wirkt langsamer, dafur kann uber den liegenden Katheter immer wieder nachgespritzt werden. Bei der Spinalanasthesie wird das Medikament direkt in den Liquorraum injiziert. Sie wirkt schneller und starker, ist aber eine einmalige Gabe und wird haufig beim geplanten Kaiserschnitt eingesetzt. Manchmal werden beide Verfahren auch kombiniert (CSE, kombinierte Spinal-Epiduralanalgesie).

Wie lauft eine PDA ab? Schritt fur Schritt

Der Ablauf einer PDA folgt einem klaren Protokoll. Das mag in der Theorie technisch klingen, aber in der Praxis ist es ein eingespielter Vorgang, der von erfahrenen Anasthesistinnen und Anasthesisten durchgefuhrt wird. Hier erfuhrst du, was dich erwartet.

1. Aufklarungsgesprach

Bevor eine PDA gelegt werden kann, findet ein Aufklarungsgesprach statt. Dabei erklart dir die Anasthesistin oder der Anasthesist den Ablauf, die moglichen Risiken und beantwortet deine Fragen. Dieses Gesprach kann schon wahrend der Schwangerschaft stattfinden, zum Beispiel bei der Anmeldung in der Klinik. Es ist aber auch wahrend der Geburt moglich, solange du einwilligungsfahig bist.

2. Venenzugang und Uberwachung

Vor der PDA-Anlage wird ein venuser Zugang (Infusion) gelegt. Dies ist eine Sicherheitsmassnahme, damit im Fall eines Blutdruckabfalls schnell Flussigkeit oder Medikamente gegeben werden konnen. Gemas der AWMF-Leitlinie ist ein CTG (Herztonuberwachung des Babys) sowohl vor als auch in den ersten 30 Minuten nach der PDA-Anlage empfohlen.

3. Positionierung

Fur die Anlage sitzt du entweder aufrecht auf der Bettkante mit nach vorne gebeugtem Rucken oder liegst auf der Seite. Deine Hebamme wird dich dabei unterstutzen und dir helfen, die richtige Position einzunehmen, auch wenn gerade Wehen kommen. Ein runder Rucken ist wichtig, damit die Wirbelzwischenraume gut erreichbar sind.

4. Anlage des Katheters

Zunachst wird die Einstichstelle am Rucken desinfiziert und mit einem Tuch abgedeckt. Dann wird die Haut mit einem Lokalanasthetikum betaubt, sodass du vom eigentlichen Eingriff kaum etwas spurst. Anschliessend wird eine spezielle Nadel zwischen den Wirbeln eingefuhrt und der dunne Katheter im Periduralraum platziert. Die Nadel wird entfernt, der Katheter bleibt liegen und wird am Rucken fixiert.

5. Testdosis und Wirkungseintritt

Zuerst wird eine kleine Testdosis gegeben, um sicherzustellen, dass der Katheter richtig liegt. Dann folgt die eigentliche Dosis. Die Schmerzlinderung setzt in der Regel innerhalb von 15 bis 20 Minuten ein. Du wirst spuren, wie die Wehenschmerzen nachlassen, wahrend du gleichzeitig ein Warme- oder Taubheitsgefuhl in den Beinen bemerken kannst.

Gut zu wissen

Der liegende Katheter ermoglicht es, jederzeit Medikamente nachzugeben. So kann die PDA uber die gesamte Geburt aufrechterhalten werden. In vielen Kliniken gibt es auch eine patientengesteuerte Pumpe (PCEA), mit der du selbst bei Bedarf eine zusatzliche Dosis auslosen kannst.

Vorteile der PDA

Die PDA hat klare, wissenschaftlich belegte Vorteile. Sie ist nicht umsonst die am haufigsten gewahlte Form der Schmerzlinderung unter der Geburt. Hier sind die wichtigsten Vorteile im Uberblick.

Effektivste Schmerzlinderung

Keine andere Methode der Schmerzlinderung unter der Geburt ist so wirksam wie die PDA. Wahrend Lachgas, Atemtechniken oder Warmeanwendungen die Schmerzen mildern konnen, kann die PDA sie nahezu vollstandig ausschalten. Fur viele Frauen macht das den entscheidenden Unterschied zwischen einer als traumatisch erlebten und einer positiven Geburtserfahrung.

Volles Bewusstsein und aktive Teilnahme

Du bleibst wahrend der gesamten Geburt wach und ansprechbar. Du kannst mit deiner Hebamme und deinem Partner oder deiner Partnerin kommunizieren, Entscheidungen treffen und den Moment der Geburt deines Babys bewusst erleben. Das unterscheidet die PDA grundlegend von einer Vollnarkose.

Ausruhen und Krafte sammeln

Besonders bei einer langen Geburt kann die PDA eine enorme Erleichterung sein. Wenn du vor Erschopfung kaum noch kannst, ermoglicht dir die Schmerzlinderung, dich auszuruhen und neue Kraft fur die Pressphase zu sammeln. Manche Frauen konnen mit PDA sogar etwas schlafen, was nach Stunden intensiver Wehen ein wahrer Segen sein kann.

Vorteil bei Not-Kaiserschnitt

Sollte wahrend der Geburt ein Kaiserschnitt notwendig werden, kann eine bereits liegende PDA aufgespritzt werden. Das bedeutet: Du brauchst keine Vollnarkose und kannst die Geburt deines Babys wach miterleben. Laut AWMF-Leitlinie muss die sogenannte E-E-Zeit (Entschluss-Entwicklungs-Zeit) bei einem Notfall unter 20 Minuten liegen. Eine liegende PDA kann diesen Prozess beschleunigen.

Wichtiger Fakt: PDA und Kaiserschnittrisiko

Lange Zeit hielt sich das Gerucht, eine PDA wurde die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts erhohen. Die aktuelle Studienlage und die AWMF-Leitlinie sind hier eindeutig: Eine PDA erhoht das Kaiserschnittrisiko nicht. Dies ist einer der am besten untersuchten Aspekte der geburtshilflichen Schmerztherapie.

Walking-PDA fur mehr Mobilitat

Moderne PDA-Techniken mit niedrig dosierten Lokalanasthetika ermoglichen es manchen Frauen, trotz PDA noch eingeschrankt mobil zu bleiben. Mehr dazu findest du weiter unten im Abschnitt zur Walking-PDA.

Mogliche Nebenwirkungen und Risiken der PDA

Wie jedes medizinische Verfahren hat auch die PDA mogliche Nebenwirkungen. Es ist wichtig, dass du diese kennst, um eine informierte Entscheidung treffen zu konnen. Die meisten Nebenwirkungen sind harmlos und vorubergehend, schwerwiegende Komplikationen sind sehr selten.

Blutdruckabfall

Der Blutdruckabfall ist die haufigste Nebenwirkung. Er entsteht, weil die PDA die Blutgefasse erweitert. In den meisten Fallen lasst er sich leicht durch Flussigkeitsgabe uber die Infusion oder Lageranderung behandeln. Deshalb wird vor der PDA-Anlage immer ein venuser Zugang gelegt, und deshalb wird dein Blutdruck regelmassig uberwacht.

Kopfschmerzen nach Durapunktion

In seltenen Fallen (etwa 1 Prozent) wird bei der Anlage versehentlich die harte Hirnhaut (Dura) durchstochen. Dies kann zu starken Kopfschmerzen fuhren, die typischerweise im Stehen schlimmer werden und im Liegen besser. Diese Kopfschmerzen sind unangenehm, aber behandelbar und klingen in der Regel innerhalb von Tagen ab. In manchen Fallen wird ein sogenannter Blutpatch durchgefuhrt, um die Beschwerden schneller zu lindern.

Juckreiz

Durch die zugesetzten Opioide kann es zu Juckreiz kommen. Das ist harmlos und lasst sich bei Bedarf medikamentos behandeln. Viele Frauen empfinden es als lastig, aber nicht als belastend.

Harnverhalt

Da die PDA auch die Blasennerven beeinflusst, kann es sein, dass du vorubergehend nicht merkst, wann deine Blase voll ist, oder Schwierigkeiten hast, selbststandig Wasser zu lassen. In diesem Fall wird kurzzeitig ein Blasenkatheter gelegt. Nach Abklingen der PDA-Wirkung normalisiert sich die Blasenfunktion in aller Regel vollstandig.

Unvollstandige oder einseitige Wirkung

Nicht jede PDA wirkt sofort perfekt. In manchen Fallen ist die Schmerzlinderung unvollstandig oder betrifft nur eine Korperseite. Oft kann dies durch Lageranderung oder Nachdosierung behoben werden. In seltenen Fallen muss der Katheter neu platziert werden.

Verlangerung der Pressphase

Die PDA kann dazu fuhren, dass die Pressphase etwas langer dauert, da das Pressgefuhl abgeschwacht sein kann. Dies ist jedoch nicht zwangslaufig der Fall, und viele Frauen pressen auch mit PDA sehr effektiv. Deine Hebamme wird dich anleiten und dir helfen, den richtigen Moment zum Pressen zu finden.

Sehr seltene Komplikationen

Schwerwiegende Komplikationen wie Nervenschadigungen, Infektionen oder ein epidurales Hamatom sind ausserst selten. Das Risiko einer dauerhaften Nervenschadigung liegt bei etwa 1 zu 50.000 bis 1 zu 250.000. Diese Zahlen zeigen: Die PDA ist ein sehr sicheres Verfahren. Dennoch ist es richtig und wichtig, dass du auch uber diese seltenen Risiken aufgeklart wirst.

Ab wann kann man eine PDA bekommen?

Eine der haufigsten Fragen rund um die PDA lautet: Ab wann darf ich eine bekommen? Und damit verbunden der hartnackige Mythos, es gabe ein zu fruh oder zu spat. Die AWMF-Leitlinie ist hier klar: Eine PDA kann grundsatzlich zu jedem Zeitpunkt der Geburt gelegt werden. Es gibt keinen festen Muttermundsbefund, der als Voraussetzung gilt.

In der Praxis wird die PDA am haufigsten in der aktiven Eroffnungsphase gelegt, oft bei einem Muttermund von etwa 3 bis 5 Zentimetern. Aber das ist keine medizinische Vorschrift, sondern eine haufige Praxis. Wenn du starke Schmerzen hast und eine PDA wunschst, ist das ein guter Grund, sie zu bekommen, unabhangig davon, wie weit dein Muttermund ist.

Der Mythos vom falschen Zeitpunkt

Fruh in der Geburt heisst es manchmal: Es ist noch zu fruh, warte noch. Spat in der Geburt heisst es manchmal: Es lohnt sich nicht mehr, du hast es bald geschafft. Beides sind keine medizinisch belegten Argumente. Fruh gegebene PDAs verlangsamen den Geburtsverlauf laut aktueller Studienlage nicht, und auch kurz vor der Pressphase kann eine PDA noch sinnvoll sein, zum Beispiel wenn ein operativer Eingriff absehbar wird.

Die Kernbotschaft: Du entscheidest, wann du Schmerzlinderung brauchst. Sprich offen mit deiner Hebamme und dem Anasthesieteam daruber.

Die Walking-PDA (mobilisierende PDA)

Du hast vielleicht schon von der Walking-PDA gehort. Dabei handelt es sich um eine PDA mit niedrig dosierten Lokalanasthetika, bei der die motorischen Nerven weniger blockiert werden. Das Ziel: Schmerzlinderung bei gleichzeitig erhaltener Beweglichkeit. Im Idealfall kannst du mit Unterstutzung noch stehen, einige Schritte gehen und verschiedene Gebarpositionen einnehmen.

In der Praxis funktioniert die Walking-PDA bei jeder Frau unterschiedlich. Manche konnen tatsachlich noch gut stehen und sich bewegen, andere spuren ihre Beine kaum noch. Das hangt von der individuellen Dosierung, deiner Korpergrosse und der Anatomie ab. Wichtig zu wissen: Eine Walking-PDA bietet in der Regel etwas weniger Schmerzlinderung als eine klassische PDA.

Walking-PDA: Nachfragen lohnt sich

Nicht jede Klinik bietet eine Walking-PDA an. Wenn dir Mobilitat wahrend der Geburt wichtig ist, frage bei deiner Kreissaalbesichtigung oder dem Anmeldegesprach gezielt nach, ob diese Option verfugbar ist. Halte deinen Wunsch auch in deinem Geburtsplan fest.

PDA im Geburtsplan festhalten

Dein Geburtsplan ist der ideale Ort, um deine Wunsche zur Schmerzlinderung festzuhalten. Das bedeutet nicht, dass du dich jetzt schon endgultig festlegen musst. Es bedeutet, dass du deine aktuelle Tendenz und deine Bedingungen kommunizierst. Wahrend der Geburt kannst du jederzeit deine Meinung andern.

Hier sind einige Formulierungen, die du in deinem Geburtsplan verwenden kannst:

  • Ich mochte eine PDA, wenn ich danach frage. Bitte bietet mir keine vorher an.
  • Ich mochte zunachst ohne PDA versuchen, aber die Option offenhalten.
  • Ich mochte fruhzeitig eine PDA, am liebsten sobald die aktive Eroffnungsphase begonnen hat.
  • Ich mochte keine PDA. Bitte informiert mich uber alternative Schmerzlinderungsmethoden.
  • Ich bin offen fur eine PDA und mochte wahrend der Geburt entscheiden.

Alle diese Formulierungen sind gleichermassen gultig. Es gibt keine bessere oder schlechtere Wahl. Wichtig ist, dass deine Wunsche respektiert werden und dass du wahrend der Geburt jederzeit neu entscheiden darfst. Besprich deine Praferenzen vorab auch mit deiner Hebamme, damit sie dich wahrend der Geburt entsprechend unterstutzen kann.

Du hast noch keinen Geburtsplan? In unserem Artikel Was gehort in einen Geburtsplan? erfuhrst du, welche Themen du abdecken solltest, und mit unserem Geburtsplan-Generator kannst du deinen individuellen Plan erstellen.

Alternativen zur PDA

Die PDA ist nicht die einzige Moglichkeit der Schmerzlinderung unter der Geburt. Je nach Klinik stehen dir verschiedene Alternativen zur Verfugung. Viele Frauen kombinieren auch mehrere Methoden oder starten mit sanfteren Methoden und wechseln bei Bedarf zur PDA.

  • Lachgas (Distickstoffmonoxid): In immer mehr deutschen Kliniken verfugbar. Du athmest es bei Bedarf uber eine Maske ein. Die Wirkung setzt schnell ein und klingt ebenso schnell ab.
  • Remifentanil-PCA: Ein kurz wirksames Opioid, das du uber eine Pumpe selbst dosierst. Wirkt schwacher als die PDA, aber starker als Lachgas.
  • Warmes Wasser und Gebarbadewanne: Warmes Wasser kann Wehen deutlich erleichtern. Viele Frauen empfinden die Warmwasserwanne als sehr wohltuend, besonders in der Eroffnungsphase.
  • TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation): Elektrische Impulse uber Elektroden am Rucken. Besonders in der fruhen Eroffnungsphase hilfreich.
  • Atemtechniken und Hypnobirthing: Mentale Techniken, die dir helfen, mit den Wehen umzugehen. Keine Schmerzausschaltung, aber eine veranderte Schmerzwahrnehmung.
  • Akupunktur: Wird in einigen Kliniken und von manchen Hebammen angeboten. Die Evidenzlage ist gemischt, manche Frauen berichten aber von guter Wirkung.

Kein Verfahren ist per se besser oder schlechter als ein anderes. Was fur dich funktioniert, hangt von deiner individuellen Schmerzwahrnehmung, dem Geburtsverlauf und deinen personlichen Praferenzen ab. Wichtig ist, dass du deine Optionen kennst und offen bleibst.

PDA bei Kaiserschnitt

Beim geplanten Kaiserschnitt ist die Regionalanasthesie (PDA oder Spinalanasthesie) das Standardverfahren. In den meisten Fallen wird eine Spinalanasthesie gewahlt, da sie schneller und zuverlassiger wirkt. Bei einer bereits liegenden PDA, zum Beispiel wenn wahrend der vaginalen Geburt ein Kaiserschnitt notwendig wird, kann diese aufgespritzt werden, um eine ausreichende Anasthesie fur die Operation zu erreichen.

Der grosse Vorteil gegenuber einer Vollnarkose: Du bist wach, kannst dein Baby direkt sehen und in vielen Kliniken auch sofort auf die Brust nehmen. Nur in wenigen Notfallen, wenn es ganz schnell gehen muss und keine Regionalanasthesie moglich ist, kommt eine Vollnarkose zum Einsatz.

Mehr zum Thema Kaiserschnitt findest du in unserem Artikel Geburtsplan fur den Kaiserschnitt.

PDA und vaginale Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC)

Wenn du nach einem fruheren Kaiserschnitt eine vaginale Geburt planst (VBAC, Vaginal Birth After Cesarean), fragst du dich vielleicht, ob du dabei eine PDA bekommen kannst. Die Antwort ist eindeutig: Ja. Die deutschen, britischen und amerikanischen Leitlinien bestatigen ubereinstimmend, dass eine PDA bei einer VBAC sicher angewendet werden kann.

Ein haufiges Bedenken ist, dass die PDA Symptome einer Uterusruptur maskieren konnte. Diese Sorge ist nach aktuellem Wissensstand unbegrundet. Die AWMF-Leitlinie halt fest, dass bei Verwendung niedrig konzentrierter Lokalanasthetika und Opioide die Symptome einer Uterusruptur nicht maskiert werden. Der fruheste und haufigste Hinweis auf eine Uterusruptur sind CTG-Auffalligkeiten, also Veranderungen der kindlichen Herzfrequenz, und diese werden durch die PDA nicht beeinflusst.

VBAC und Uterusrupturrisiko

Das Risiko einer Uterusruptur bei einer VBAC liegt bei etwa 0,5 bis 2 Prozent (zum Vergleich: bei einer Erstgebarenden ohne vorherigen Kaiserschnitt betragt das Risiko etwa 0,01 Prozent). Dieses Risiko ist real, aber es wird durch eine PDA weder erhoht noch verschleiert. Eine kontinuierliche CTG-Uberwachung wahrend der Geburt ist bei einer VBAC ohnehin Standard und die wichtigste Sicherheitsmassnahme.

Wenn du eine VBAC planst, sprich mit deiner Gynakologin oder deinem Gynakologen uber deine individuelle Situation und halte deine Wunsche, einschliesslich der Schmerzlinderung, in deinem Geburtsplan fest.

Haufig gestellte Fragen zur PDA

Tut eine PDA weh?

Die Einstichstelle wird vorab mit einem Lokalanasthetikum betaubt. Die meisten Frauen beschreiben den Einstich als kurzes Druckgefuhl, das deutlich weniger schmerzhaft ist als die Wehen selbst. Wahrend die Wehen weitergehen, bemerken viele den eigentlichen Vorgang kaum.

Ab wann kann ich eine PDA bekommen?

Grundsatzlich zu jedem Zeitpunkt der Geburt. Es gibt keinen festen Muttermundsbefund, der als Voraussetzung gilt. Die AWMF-Leitlinie bestatigt, dass es kein zu fruh gibt. In der Praxis wird haufig ab etwa 3 bis 4 Zentimetern Muttermundseroffnung gelegt, aber dein Schmerzempfinden ist ausschlaggebend, nicht der Befund.

Erhoht eine PDA das Kaiserschnittrisiko?

Nein. Die aktuelle Studienlage und die AWMF-Leitlinie sind hier eindeutig: Eine PDA erhoht das Risiko fur einen Kaiserschnitt nicht. Dies ist eines der am besten erforschten Themen in der Geburtshilfe.

Kann ich mit einer PDA noch pressen?

Ja. Das Pressgefuhl kann durch die PDA abgeschwacht sein, aber mit Anleitung deiner Hebamme kannst du effektiv pressen. Bei einer Walking-PDA oder niedrig dosierten PDA ist das Pressgefuhl oft besser erhalten. Manche Kliniken reduzieren die PDA-Dosierung zur Pressphase, damit du die Wehen besser spuren kannst.

Wie lange wirkt eine PDA?

Die PDA kann uber den liegenden Katheter so lange aufrechterhalten werden, wie es notig ist, also uber die gesamte Geburt hinweg. Nach der letzten Dosis klingt die Wirkung in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Stunden ab. Danach kehrt das vollstandige Gefuhl in den Beinen zuruck, und du kannst wieder normal aufstehen und gehen.

Was kostet eine PDA?

In Deutschland werden die Kosten fur eine PDA unter der Geburt vollstandig von der Krankenkasse ubernommen, sowohl bei gesetzlich als auch bei privat versicherten Frauen. Es fallen keine zusatzlichen Kosten fur dich an. Die PDA ist eine medizinisch anerkannte Leistung der Geburtshilfe.

Quellen und Leitlinien

Dieser Artikel basiert auf aktuellen deutschen medizinischen Leitlinien:

  • AWMF S1-Leitlinie 001-038: Die geburtshilfliche Analgesie und Anasthesie (2020)

    Deutsche Gesellschaft fur Anasthesiologie und Intensivmedizin (DGAI) - Leitlinie zur Schmerztherapie unter der Geburt, einschliesslich PDA-Indikationen, Durchfuhrung und Uberwachung.

  • AWMF S3-Leitlinie 015-084: Sectio caesarea (2020)

    Deutsche Gesellschaft fur Gynakologie und Geburtshilfe (DGGG) - Leitlinie zum Kaiserschnitt, einschliesslich Anasthesieverfahren und VBAC.

Hinweis: Diese Informationen dienen der Aufklarung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung. Besprich deine Wunsche und Fragen immer mit deiner Hebamme, Gynakologin oder deinem Gynakologen.

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Häufig gestellte Fragen

Tut eine PDA weh?

Die Stelle wird vorher örtlich betäubt, sodass du nur einen Druck spürst. Die meisten Frauen beschreiben das Legen der PDA als unangenehm, aber gut auszuhalten — besonders im Vergleich zu den Wehen.

Ab wann kann ich eine PDA bekommen?

Eine PDA kann grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt der Geburt gelegt werden. Es gibt kein medizinisches „zu früh". In der Praxis wird sie oft ab einem Muttermund von 3–4 cm gelegt, aber das ist keine Voraussetzung. Entscheidend ist dein Schmerzempfinden.

Erhöht eine PDA das Kaiserschnitt-Risiko?

Nein. Laut AWMF-Leitlinie und internationaler Evidenz erhöht eine PDA das Risiko eines Kaiserschnitts nicht. Sie kann allerdings die Austreibungsphase verlängern.

Kann ich mit einer PDA noch pressen?

Ja. Bei einer modernen, niedrig dosierten PDA behältst du genug Gefühl, um aktiv mitzupressen. Die sogenannte Walking-PDA ermöglicht sogar eingeschränkte Mobilität.

Wie lange wirkt eine PDA?

Die PDA wirkt, solange das Medikament über den Katheter nachgegeben wird — das kann Stunden dauern. Nach der Geburt wird der Katheter entfernt und die Wirkung klingt innerhalb von 1–2 Stunden ab.

Was kostet eine PDA?

In Deutschland werden die Kosten einer PDA bei medizinischer Indikation vollständig von der Krankenkasse übernommen. Auch auf Wunsch wird sie in den meisten Kliniken ohne Zusatzkosten angeboten.

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Hinweis: Diese Informationen sind rein informativ und ersetzen keine medizinische Beratung. Wichtige Entscheidungen besprichst du immer mit deiner Hebamme oder deinem Arzt.